Regie­rungs­stil der Drei­er­ko­ali­ti­on lässt jeg­li­che Ver­hält­nis­mä­ßig­keit ver­mis­sen. Ein­spa­run­gen auf Kos­ten der Ver­mie­ter hat unge­ahn­te Fol­gen für das Land. 

Mit größ­ter Besorg­nis beob­ach­tet der Öster­rei­chi­sche Haus- und Grund­be­sit­zer­bund (ÖHGB) den neu­en Regie­rungs­stil der aktu­el­len Drei­er­ko­ali­ti­on. Ohne auch nur mit Betrof­fe­nen zu spre­chen oder eine Begut­ach­tung durch­zu­füh­ren, hat die Bun­des­re­gie­rung heu­te im Minis­ter­rat nach dem letz­ten Jahr eine wei­te­re Miet­preis­brem­se beschlos­sen und plant die­se Regie­rungs­vor­ga­ben bereits am Frei­tag durch das Par­la­ment zu peit­schen. „Ob auf die­se Wei­se das Rich­ti­ge für unser Land geschieht, ist schwer in Zwei­fel zu zie­hen“, zeigt sich ÖHGB-Prä­si­dent RA Dr. Mar­tin Prun­bau­er irri­tiert.

Die Regie­rung recht­fer­tigt die­se Maß­nah­me mit einer angeb­li­chen Erspar­nis von 140 Mil­lio­nen Euro für die öster­rei­chi­schen Mie­te­rin­nen und Mie­ter. Doch dies erfolgt ein­zig und allein auf Kos­ten der Ver­mie­ter. Die­se Maß­nah­me rui­niert den öster­rei­chi­schen Gebäu­de­be­stand und lähmt jeg­li­che wei­te­re Neu­bau­tä­tig­keit, weil kein Inves­tor in Öster­reich in Wohn­bau­ten inves­tie­ren wird, zumal künf­tig nach den Vor­stel­lun­gen von SPÖ auch beim Neu­bau eine Miet­zins­brem­se kom­men soll. „Nicht nur der Gebäu­de­be­stand wird unter die­sem Vor­ge­hen lei­den, die Neu­bau­tä­tig­keit ist bis auf Wei­te­res auf Eis gelegt“, wird Prun­bau­er deut­lich.

Wäh­rend die Regie­rung die Miet­prei­se regu­liert, erhöht die Stadt Wien unge­niert die Gebüh­ren für Abwas­ser, Was­ser und Müll. So wur­den bei­spiels­wei­se die Tari­fe für kom­mu­na­le Dienst­leis­tun­gen ab 2025 um 5,9 Pro­zent ange­ho­ben. Ein durch­schnitt­li­cher Wie­ner Sin­gle­haus­halt muss seit­dem mit monat­li­chen Mehr­kos­ten von 1,35 Euro rech­nen.

Man spart auf Kos­ten Drit­ter, näm­lich der Ver­mie­ter, am fal­schen Fleck.

Es ist irre­füh­rend, unter dem Begriff „Miet­prei­se” sämt­li­che Kos­ten zusam­men­zu­fas­sen, ins­be­son­de­re sind die Betriebs­kos­ten in den letz­ten Jah­ren ekla­tant gestie­gen. Laut Daten der Sta­tis­tik Aus­tria sind nicht die Mie­ten explo­diert, die hin­ter der Teue­rung zurück­blie­ben, son­dern viel­mehr die Betriebs­kos­ten und Ener­gie­prei­se. Den­noch wird erneut auf dem Rücken der Ver­mie­ter agiert, anstatt die wah­ren Kos­ten­trei­ber zu adres­sie­ren.

Der neue Regie­rungs­stil, der ohne Begut­ach­tung und unter Miss­ach­tung demo­kra­ti­scher Pro­zes­se agiert, ist höchst bedenk­lich. “Wir for­dern die Regie­rung auf, zu trans­pa­ren­ten und demo­kra­ti­schen Ver­fah­ren zurück­zu­keh­ren und die Inter­es­sen aller Betei­lig­ten zu berück­sich­ti­gen. Im Inter­es­se unse­res Lan­des.“

Bereits letz­tes Jahr wur­de ohne sach­li­che Recht­fer­ti­gung eine gesetz­li­che Miet­preis­brem­se beschlos­sen. Aktu­el­le Zah­len der Sta­tis­tik Aus­tria stel­len schwarz auf weiß klar, dass seit dem Jahr 2020 die Haupt­miet­zin­se gerin­ger gestie­gen sind als die all­ge­mei­ne Infla­ti­on. Laut Sta­tis­tik Aus­tria war die all­ge­mei­ne Preis­stei­ge­rung um 4,4 % höher als die Stei­ge­rung der Haupt­miet­zin­se.